Dienstag, 17. Mai 2011

und bis die wende da mein ende war, sind träume worte, die der mund nicht zu denken wagt

''was hab ich eigentlich jetzt schon wieder gemacht?'' frage ich mama sarkastisch nachdem mein vater mich angeschrien hat. ''ja weil du schon wieder nicht zu gehört hast und nur ne fresse ziehst'' ''verdammte scheiße, soll ich denn lächeln wenn ich auf eine beerdigung gehe?'' ich kann so viel dummheit kaum fassen.

ich wusste nicht wie beängstigend es sein kann starke menschen weinen zu sehen. es macht die welt seltsam angreifbar. niemand ist so stark wie er zu sein vermag.. durch meinen tränenschleier blicke ich in gesichter, von leuten die mir ihr beileid wünschen. ich kenne diese leute nicht mal.

langsam gehe ich in die kleine kapelle, meine mum ist neben mir. am ende der reihen aus stühle sehe ich einen sarg stehen, meine schluchzer schütteln mich. ich setzte mich in die vorderste reihe und blicke auf ein bild von dir. du lächelst ein lächeln, dass angefangen hat zu verblassen. nichts ist für immer.

es ist nicht die tatsache die mich zum weinen bringt, es sind die erinnerungen.

der pfarrer tritt nach vorne, er redet von dir, obwohl er dich nicht kennt. er nennt dich beim namen, ich habe dich nie bei deinem namen genannt. bitte sag nicht oma, ist das einzige was ich denken kann. ''und schließlich war sie auch eine wundervolle oma'' da ist es, das kleine wort mit drei buchstaben, das für mich so viel aussagekräftiger ist als dein name es je sein könnte. ich schluchze, ich hab mich nicht mehr unter kontrolle. ich habe noch nie um einen menschen so sehr geweint, wie um dich. und das muss schon etwas heißen, denn ich weine mich jede nacht in den schlaf.

auf dem topfrand einer dekopflanze krabbelt eine ameise entlang. sie lebt in eimen saal voller trauernder menschen, denn wo tot ist, ist auch leben.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen